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08 // EINE DÜNNE HAUT VERANTWORTUNG – Julian Palacz & Olivia Kaiser

Die Fregatte „Méduse“ erlitt 1816 Schiffbruch. Zu wenig Rettungsboote machten es notwenig ein großes Floß für 149 Menschen aus Masten und Schiffsplanken zu bauen. Auf dem Floß brachen schnell Meuterei, Gewalttaten und Kannibalismus aus, sodass 13 Tage später nur noch 15 Überlebende gerettet werden konnten.

Géricaults Gemälde „Das Floß der Medusa“ ist ein nachrevolutionäres Gemälde der menschlichen Bedingtheit, der condition humaine. Das wahre Wesen des Menschen zeigt sich in der Extremsituation – er wird zum Kannibalen, kämpft ohne jede Rücksicht um das eigene Überleben; aber erst in der Extremsituation kann er sich frei entscheiden: Mensch zu bleiben oder Raubtier zu werden.

So ist die Szene auch eine Anspielung auf gegenwärtig Aktuelles: Die Finanzjongleure und die, die sich ihnen anvertrauten, in der Raserei der Verzweiflung sind wenig friedlich vereint. Ein moderner Ausdruck der Barbarei, der Kapitalismus welcher über scheinbar menschliche Charakteristika verfügt. „Kannibale ist, wer unser Kapital auffrisst.“

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Olivia Kaiser (*1983) www.oliviakaiser.net
Julian Palacz (*1983) www.palacz.at

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Eröffnung: Montag, 2. April 2012, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 2. April – 1. Juni 2012

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Ausschnitt aus Alfred Jarry – König Ubu, es spricht Bastian Wilplinger, Aufnahme: Daniel Benedek.
Teil der Arbeit “EINE DÜNNE HAUT VERANTWORTUNG”  – das Hörstück ist bei the smallest gallery in voller Länge zu hören.

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Olivia Kaiser & Julian Palacz zu ihrer Arbeit “EINE DÜNNE HAUT VERANTWORTUNG” in the smallest gallery, Graz from the smallest gallery on Vimeo.

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Fotos von der Eröffnung