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06 // DISPERSION – Liesl Raff & Rasmus Pedersen

Dispersion

Doppelfüllschicht,
jeweils eine Schicht Stahlwolle und eine Schicht rohe
unbehandelte Schafwolle.

Holzrahmen,
Innenschilde und 10 Kilo Stahlwolle stehen bereits montagefertig
in meiner Garage.

Kristalle,
ich habe einen doppelendigen Kristall, das heißt, einen Kristall
mit einer Spitze an jedem Ende,
in ein Stück Gartenschlauch geleimt.

Generator,
mit dem gleichen Trichter kann man mehrere fabrizieren.
Partyhüte sind besser, wenn man nur einen machen will.

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Die Künstlerin Liesl Raff hat den in Kopenhagen lebenden Künstler Rasmus Pedersen eingeladen, mit ihr gemeinsam eine Arbeit für the smallest gallery – collaboration space zu entwickeln.

KOLLABORATION
Die Zusammenarbeit als solche spielt für the smallest gallery – collaboration space generell eine wichtige Rolle. Bei der Ausstellung „Dispersion“ nimmt sie darüber hinaus einen zentralen Stellenwert im thematischen Feld des Werks selbst ein. Raff & Pedersen bezeichnen die hier zu sehende Arbeit als „einen Querschnitt der Dialoge der beiden Künstler zu einem bestimmten Zeitpunkt“.

FOTOS / BOOKLET
Der Dialog zwischen Wien und Kopenhagen begann mit dem Austauschen von Fotos. Per E-Mail entwickelte sich ein Dialog – ausschließlich über Abbildungen. Diese Abbildungen sind auszugsweise in einem kleinen Booklet zu finden, welches sich vor Ort befindet und bei Interesse gerne auch zugesandt wird (Anfragen an: thesmallestgallery[at] mur.at).

THEMEN
Beim Austausch der Fotos zwischen Liesl Raff und Rasmus Pedersen kristallisierte sich ein Themenfeld heraus: Neben Theoretikern wie Newton oder Žižek war es vor allem Wilhelm Reich, seine Theorien und die Rezeption seines Lebenswerks, der die beiden interessierte.
Wilhelm Reich ist bekannt für seine in den 1920ern formulierten, progressiven Theorien als Psychoanalytiker, die er mit politischen Fragen verband und welche v.a. Ende der 1960er Jahre von der Studentenbewegung stark rezipiert wurden.
In den 1930ern schlug Reich eine andere Richtung ein und postulierte die Entdeckung einer spezifischen Energieform, des „Orgon“, das überall nachweisbar sei und auf den Organismus einen starken Einfluss habe. Reich entwickelte daraufhin die „Orgontherapie“ und zur Bündelung dieser Energie den „Orgon-Akkumulator“. Bis heute wird Reich vor allem in esoterischen Kreisen aber auch von VerschwörungstheoretikerInnen vielfach rezipiert.

Die im Schaufenster zu sehenden Objekte stehen in Zusammenhang mit diesem Themenfeld. Die im linken Drittel in Schichten angeordneten Materialien etwa werden für den Bau von „Orgon-Akkumulatoren“ verwendet.

ARTEN SYSTEMISCHER PRAXIS / KÜNSTLERISCHE RECHERCHE
Die Arbeit von Raff & Pedersen will sich aber keinesfalls nur in Hinblick auf die Auseinandersetzung mit esoterischen Themen verstanden wissen, sondern mit der Frage nach verschiedenen Arten systemischer Praxis. Es geht um Arbeits- und Forschungsprozesse zwischen Metaphysik und Wissenschaft. Reich ist hierfür ein besonders gutes Beispiel als ein Wissenschaftler in diesem Spannungsfeld, der im Nachhinein vorwiegend für seine metaphysischen Forschungen und Theorien wahrgenommen wurde.
Thema ist auch die künstlerische Recherche selbst, die sich von anderen Arten von Recherche unterscheidet. Innerhalb ihrer Kollaboration experimentieren Raff & Pedersen mit Materialien und mit den Vorgängen der Recherche selbst, während dieser sie durch den Austausch von Fotos und in Kombination mit dem für den Flyer gewählten Text (Auszüge aus online gefundenen Bauanleitungen für Reich’sche Erfindungen, siehe oben) gedankliche Skulpturen entstehen ließen.

KOLLABORATION
Die in the smallest gallery zu sehende Arbeit ist nicht als abgeschlossen zu betrachten. Es ist eine erstmalige Kollaboration zwischen den beiden KünstlerInnen, Zwischenstand ihrer Zusammenarbeit, die hier ihren Anfang nimmt und Startpunkt für zukünftige gemeinsame Projekte ist.

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Liesl Raff / *1979 / lebt und arbeitet in Wien
Rasmus Pedersen / *1979 / lebt und arbeitet in Kopenhagen

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Eröffnung: Montag, 5. Dezember 2011, 19:00 Uhr
Ausstellungsdauer: 5. Dezember 2011 – 3. Februar 2012

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Fotos von der Ausstellung


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Fotos von der Eröffnung

 

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Fotos vom Aufbau